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Vitamin K1 kann im hohen Alter für stabilere Knochen sorgen

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23.01.2023

Knochenbrüche in hohem Alter können zu Pflegebedürftigkeit führen und erhöhen das Sterberisiko. Eine australische Studie zeigt, dass über 70-jährige Frauen deutlich seltener Knochenbrüche erleiden, die dank ihrer gesunden Ernährung reichlich Vitamin K1 aufnehmen.

Frau mittleren bereitet veganes Gericht zu

Dr. Marc Sim von der Edith Cowan University und sein Team untersuchten bei über 70-jährigen Australierinnen den Zusammenhang zwischen der täglichen Vitamin-K1-Aufnahme und der Häufigkeit von Krankenhaus-Aufenthalten nach Knochenbrüchen.

Ernährungsgewohnheiten und Knochenbrüche

Im Rahmen der Langzeitstudie verfolgten die Forschenden 1.373 eigenständig lebende Frauen über einen Zeitraum von 14,5 Jahren. Zu Beginn der Studie wurde bei allen Teilnehmerinnen mittels Blutplasmaproben die Versorgung mit Vitamin D und Vitamin K1 erfasst. Zudem wurden Osteocalcin-Blutwerte gemessen, die Aufschluss über den Knochenstoffwechsel und die Vitamin-K-Versorgung geben. Des Weiteren füllten die Teilnehmerinnen einen ausführlichen, standardisierten Ernährungsfragebogen aus. Zudem erhoben die Forschenden weitere Daten – unter anderem zum Body Mass Index (BMI) sowie zum Alkohol- und Tabakkonsum.

Im Verlauf der Studie erfasste das Forscherteam alle Knochenbrüche und Hüftfrakturen, die bei den Teilnehmerinnen zu Krankenhausaufenthalten führten. Für die Auswertung der Knochenbruch-Häufigkeit unterteilten die Forschenden die Teilnehmerinnen in vier Gruppen – von „unter 61 µg/Tag Vitamin K1“ bis „über 99 µg/Tag Vitamin K1“.

Hohe Vitamin-K1-Aufnahme halbiert Hüftfraktur-Risiko

Die Forschenden konnten zeigen, dass bei „hoher“ Vitamin-K1-Versorgung (über 99 µg/Tag) 30 % weniger Knochenbrüche auftraten – als bei „niedriger“ Vitamin-K1-Versorgung (unter 61 µg/Tag). Ähnliches galt für Hüftbrüche, die sogar 49 % seltener auftraten. Die Ergebnisse deckten sich hierbei mit Erkenntnissen aus Beobachtungsstudien wie der Nurses Health Study und der Framingham Heart Study.

Forscherteam rät, täglich grünes Gemüse zu essen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Frauen über 65 Jahren, 65 µg Vitamin K am Tag mit der Nahrung aufzunehmen. Das australische Forscherteam schlägt darüber hinaus vor, dass Frauen über 70 mindesten 100 µg/Tag Vitamin K1 aufnehmen.

Hinweis der Redaktion: Vitamin K und seine Quellen

Vitamin K ist ein Sammelbegriff für Vitamin K1 (Phyllochinon) und K2 (Menachinon). Beide Vitamine sind unerlässlich für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel. (Für einen gesunden Knochenstoffwechsel benötigt ihr Körper auch ausreichend Kalzium und Vitamin D.)

Vitamin K1 wird ausschließlich von Pflanzen produziert und Vitamin K2 von Bakterien. Dementsprechend findet sich Vitamin K2 hauptsächlich in fermentierten Lebensmitteln (z.B. Käse, Sauerkraut), wird aber auch von einer gesunden Darmflora erzeugt.

Folgende Gemüse-Mengen enthalten etwa 100 µg Vitamin K1:

  • 15 g Grünkohl
  • 50 g Spinat
  • 50 g Fenchel
  • 60 g Rosenkohl
  • 100 g Brokkoli

Eine Überdosierung mit Vitamin K1 ist bei gesunden Erwachsenen nicht bekannt. (Bei Neugeborenen kann eine Überdosis zum Zerfall der roten Blutkörperchen führen.)

Tipp: Vitamin K ist zwar lichtempfindlich, aber hitzebeständig. Sie können Gemüse also getrost garen.

Quelle: Marc Sim, Andre Strydom, Lauren C. Blekkenhorst, Nicola P. Bondonno, Rachel McCormick, Wai H. Lim, Kun Zhu, Elizabeth Byrnes, Jonathan M. Hodgson, Joshua R. Lewis, Richard L. Prince. Dietary Vitamin K1 intake is associated with lower long-term fracture-related hospitalization risk: the Perth longitudinal study of ageing women. Food & Function, 2022; 13 (20): 10642 DOI: 10.1039/D2FO02494B

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