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Schwangerschaftsdiabetes: Kaffee-Konsum nach der Entbindung kann Diabetes-Risiko reduzieren

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16.01.2023

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes in ihrer Vorgeschichte tragen ein erhöhtes Risiko, später im Leben einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Regelmäßiger Kaffeekonsum nach der Schwangerschaft könnte das Diabetes-Risiko für die betroffenen Frauen jedoch deutlich verringern.

Junge Mutter trinkt frisch gebrühten Kaffee

Der Zusammenhang zwischen Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) und Diabetes mellitus vom Typ 2 ist schon länger bekannt. Professor Cuilin Zhang und ihr Team von der National University of Singapore untersuchten, ob und inwieweit regelmäßiger Kaffeekonsum das Diabetes-Risiko bei Frauen mit Gestationsdiabetes in der Vorgeschichte beeinflusst.

4.500 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes über 25 Jahre beobachtet

Das Forscherteam analysierte für seine Studie die Daten der Nurses‘ Health Study II (NHS II) aus den Jahren 1991 bis 2017. Im Rahmen der NHS II wurden bei US-amerikanischen Krankenschwestern unter anderem regelmäßig Daten zu Gesundheit und Ernährung erhoben und Nüchternblutproben entnommen. Mit validierten Fragebogen wurde dabei auch der Konsum von koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Kaffee erfasst. Anhand der Blutproben konnten die Forschenden auch Werte des Glukosestoffwechsels analysieren und mit dem Kaffeekonsum in Beziehung setzen.

Jede fünfte Teilnehmerin entwickelte einen Typ-2-Diabetes

Insgesamt erkrankten 979 Teilnehmerinnen mit Schwangerschaftsdiabetes Jahre später an einem Typ-2-Diabetes (T2D). Setzten die Forschenden den Kaffeekonsum mit dem T2D-Risiko in Zusammenhang, so ergab sich ein eindeutiges Bild. Im Vergleich zu Teilnehmerinnen, die null Kaffee tranken, sank das T2D-Risiko um:

  • 9 % bei höchstens 1 Tasse,
  • 17 % bei 2­–3 Tassen,
  • 54 % bei mindestens 4 Tassen Kaffee/Tag.

Anhand der Daten konnte das Forscherteam berechnen, dass eine Tasse Kaffee pro Tag das T2D-Risiko um 17 % oder 9 % senken konnte, wenn dadurch ein zuckerhaltiges oder künstlich gesüßtes Getränk ersetzt wurde.

Je höher der Kaffeekonsum NACH der Schwangerschaft, desto niedriger das Diabetes-Risiko

Auch die Blutproben belegten das Ergebnis: Ein höherer Konsum von koffeinhaltigem Kaffee war mit niedrigeren Nüchterninsulin- und C-Peptid-Konzentrationen verbunden. (Erhöhte C-Peptid-Werte sind ein Anzeichen für eine Insulinresistenz, eine Vorstufe zum Typ-2-Diabetes.) Zu entkoffeiniertem Kaffee konnten die Forschenden keine belastbaren Aussagen treffen, da dieser von zu wenig Teilnehmerinnen konsumiert wurde.

Die positiven Effekte auf den Glukosestoffwechsel rühren vermutlich von einer Reihe von bioaktiven Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die beim Brühprozess aus der Kaffeebohne freigesetzt werden.

Das Forscherteam schließt aus den Studienergebnissen: Bei Frauen mit Gestationsdiabetes in der Vorgeschichte kann ein erhöhter Konsum von koffeinhaltigem Kaffee das Risiko für einen Typ-2-Diabetes verringern.

Hinweis der Redaktion

Ein erhöhter Kaffeekonsum während der Schwangerschaft ist nicht empfohlen! Die für Schwangere als unbedenklich eingestufte Tagesmenge an Koffein beträgt zurzeit 200 mg. Bedenken Sie bitte auch – Koffein verbirgt sich nicht nur in kaffeehaltigen Getränken:

  • ein Espresso (60 ml) = 80 mg Koffein
  • Tasse Filterkaffee (200 ml) = 90 mg Koffein
  • Tasse Schwarztee (220 ml) = 50 mg Koffein
  • Dose Cola (355 ml) = 40 mg Koffein
  • Energy Drink (250 ml) = 80 mg Koffein
  • Zartbitterschokolade (50 g) = 25 mg Koffein
  • Milchschokolade (50 g) = 10 mg Koffein

Quelle: Jiaxi Yang et al, Habitual coffee consumption and subsequent risk of type 2 diabetes in individuals with a history of gestational diabetes—a prospective study, The American Journal of Clinical Nutrition (2022). DOI: 10.1093/ajcn/nqac241

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