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Koffein in der Schwangerschaft könnte Wachstum des Kindes stören

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26.12.2022

Bisher gelten 200 mg Koffein pro Tag als vertretbare Dosis für Schwangere. Die Ergebnisse aus zwei US-Studien zeigen jedoch, dass bereits geringere Mengen Koffein das Wachstum des Kindes noch im Grundschulalter beeinträchtigen können.

Hochschwangere Frau sitzt auf dem Sofa und genießt eine Tasse Tee

Forschende des National Institute of Child Health & Human Development in Bethesda, Maryland, untersuchten den Zusammenhang zwischen „niedrigem“ Koffein-Konsum in der Schwangerschaft und dem Wachstum des Kindes vom 4. bis zum 8. Lebensjahr.

Dr. Jessica Gleason und ihr Team analysierten hierfür die Daten aus zwei Studien: der ECHO-Studie (Environmental Influences on Child Health Outcomes, 2009–2019) und der CPP-Studie (Collaborative Perinatal Project, 1959–1974). In beiden Studien wurden den Schwangeren Blutplasmaproben entnommen, um den Koffein-Konsum zu bestimmen, zudem wurden Größe und Gewicht der Kinder erfasst. Hierbei konzentrierte sich das Team auf nichtrauchende Mütter mit Einzelgeburten.

Auch geringer Koffein-Konsum kostet Zentimeter

Insgesamt konnte das Team 788 in der ECHO-Gruppe und 1.622 Mutter-Kind-Paare in der CPP-Gruppe auswerten:

  • Die Schwangeren der ECHO-Gruppen hatte im Mittel 50 mg Koffein am Tag konsumiert. Ihre Kinder waren im Alter von 7 Jahren etwa 1,50 cm kleiner als Altersgenossen, deren Mütter kein Koffein oder Paraxanthin (Abbauprodukt von Koffein) im Blut hatten.
  • Die werdenden Mütter der CPP-Studie kamen im Mittel auf rund 200 mg Koffein/Tag. Ihre Kinder waren ebenfalls kleiner. Im Alter von 4 Jahren 0,68 cm und im Alter von 8 Jahren 2,20 cm kleiner als die Kinder Koffein-abstinenter Mütter.

Bekannte Nachteile von Koffein in der Schwangerschaft

Bisher war bekannt, dass bereits ein „geringer“ Koffeinkonsum von 50 mg am Tag die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Frauen ein Kind mit niedrigem Geburtsgewicht (unter 2.500 g) gebären. Mit dieser Studie kommt hinzu, dass „geringer“ Koffeinkonsum sich auch auf das spätere Wachstum des Kindes nachteilig auswirken kann.

In der Spätschwangerschaft baut die mütterliche Leber Koffein langsamer ab

Koffein gelangt über die Plazenta in den Blutkreislauf des Ungeborenen, dessen Leber Koffein nicht abbauen kann. In der Spätschwangerschaft verlangsamt sich zudem der Koffein-Abbau in der mütterlichen Leber, weshalb bei gleichbleibendem Koffein-Konsum das Ungeborene stärker mit Koffein belastet wird.

Hinweis der Redaktion:

Die für Schwangere als unbedenklich eingestufte Tagesmenge an Koffein beträgt zurzeit 200 mg. Was häufig übersehen wird – Koffein ist nicht nur in Kaffee-haltigen Getränken enthalten:

  • ein Espresso (50 ml) = 50–150 mg Koffein
  • Tasse Filterkaffee (150 ml) = 50–100 mg Koffein
  • Tasse Instant-Kaffee (150 ml) = 15–90 mg Koffein
  • Tasse entkoffeinierter Kaffee (150 ml) = ca. 3 mg Koffein
  • Tasse Schwarztee (150 ml) = 20–60 mg Koffein
  • Dose Cola (330 ml) = 30–60 mg Koffein
  • Energy Drink (250 ml) = ca. 80 mg Koffein
  • Bitterschokolade (50 g) = ca. 25 mg Koffein
  • Vollmilchschokolade (50 g) = ca. 10 mg Koffein

Quelle: Gleason JL, Sundaram R, Mitro SD, et al. Association of Maternal Caffeine Consumption During Pregnancy With Child Growth. JAMA Netw Open. 2022;5(10):e2239609. doi:10.1001/jamanetworkopen.2022.39609

Autor/Autoren: äin-red

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