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Jede zweite gesunde Frau leidet in den Wechseljahren unter Haarausfall

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25.04.2022

In den Wechseljahren lichtet sich bei vielen Frauen das Haupthaar. Eine aktuelle Studie aus Thailand untersuchte die Häufigkeit und Umstände des weiblichen Haarausfalls sowie die Folgen für das Selbstwertgefühl der betroffenen Frauen.

Frau mit Haarausfall überprüft ihre Haarbürste

Forschende der weltweit renommierten Chulalongkorn University in Thailand untersuchten die Häufigkeit (Prävalenz) von Haarausfall nach weiblichem Muster in den späten Wechseljahren (Postmenopause). Hierzu rekrutierte das Team aus Gynäkologen und Dermatologen 178 gesunde Frauen im Alter von 50 bis 65 Jahren, die sich in der Postmenopause befanden.

Haarausfall nach weiblichem Muster

Weiblicher Haarausfall ist die verbreitetste Form von Kopfhaarverlust bei Frauen in den Wechseljahren. Bei dieser Form des Haarausfalls weicht zuerst das Haar an der Scheitellinie zurück, gefolgt von einem langsam fortschreitenden, diffusen Haarausfall ausgehend vom Oberkopf. Typischerweise werden dabei auch die einzelnen Haare dünner.

Auf der Suche nach Zusammenhängen bei weiblichem Haarausfall

Die Dermatologen im Team bewertete das Haarbild jeder Teilnehmerin nach dem sogenannten Ludwig-Schema:

  • Typ I (1-4): kein bis geringes Rückweichen der Haarlinie am Scheitel, langsam ausdünnendes Haar
  • Typ II (1-2): deutlich verringerte Haardichte, fortgeschrittenes Rückweichen der Haarlinie am Scheitel
  • Typ III: Kopfhaut scheint deutlich durch, der kahle Scheitelbereich betrifft den gesamten Oberkopf

Hierbei erfassten sie neben der Dichte auch den Durchmesser der Haare und den Talgspiegel der Kopfhaut. Als weitere Faktoren analysierten die Gynäkologen die Hormonspiegel für Testosteron, Östradiol und das Schilddrüsen-stimulierende Hormon (TSH). Zudem wurden die Teilnehmerinnen nach Haarausfall in der Familie und ihrem Selbstwertgefühl befragt. Weitere untersuchte Zusammenhänge waren das Alter, die verstrichene Zeit nach der Menopause und der Body-Mass-Index (BMI) der Teilnehmerinnen. Frauen, die sich einer Behandlung gegen Haarausfall unterzogen hatten, wurden ausgeschlossen.

Übergewicht als möglicher Risikofaktor für weiblichen Haarausfall

Bei rund der Hälfte (52,2 %) der Frauen fanden die Forschenden Anzeichen für Haarausfall. Etwa drei Viertel der betroffenen Frauen litten an Haarausfall vom Typ I, knapp ein Fünftel an Typ II und etwa jede Zwanzigste an Typ III. Rund 60 % der Betroffenen hatten ein verringertes Selbstwertgefühl, das umso mehr litt, je gravierender der Haarverlust war.

Der Haarausfall nahm mit dem Alter der Frauen zu, zudem identifizierten die Forscher Übergewicht –einen BMI über 25 – als statistisch signifikanten Faktor bei weiblichem Haarausfall in der Postmenopause. Unklar bleibt weiterhin, welche Rolle Haarausfall in der Familiengeschichte, die Sexualhormone und das Polyzystische Ovarialsyndrom bei weiblichem Haarausfall einnehmen. Hier sehen die Forschenden Bedarf für weitere Studien.

Quelle: Chaikittisilpa, S., et al. (2022) Prevalence of female pattern hair loss in postmenopausal women: a cross-sectional study. Menopause. doi.org/10.1097/GME.0000000000001927.

Autor/Autoren: äin-red

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