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HPV-Impfung wirkt: weniger Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen

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07.03.2022

Im Jahr 2008 wurde in England die HPV-Impfung für junge Frauen ab 12 bis 13 Jahren eingeführt sowie 14- bis 18-Jährige auf Wunsch nachgeimpft. Seitdem ist die Zahl der Zervixkarzinome und ihrer direkten Vorstufe bei Frauen deutlich gesunken.

Illustration: Humane Papillomaviren

In England kam zuerst ein Zweifach-Impfstoff zum Einsatz, der vor den krebsverursachenden Varianten des Humanen Papillomvirus schützt: HPV 16 und 18. Im Jahr 2012 stellte das englische Gesundheitssystem auf den Vierfach-Impfstoff Gardasil um, der auch vor HPV 6 und 11 schützt. Die beiden letzteren Varianten verursachen vor allem Genitalwarzen.

Dr. Sasieni und sein Team am Krebszentrums des Guy‘s Hospital in London untersuchten in einer Beobachtungsstudie die Auswirkung der HPV-Impfungen auf das Krebsrisiko junger Frauen. Hierzu werteten sie die Krebsregisterdaten aller in England sesshaften, 20- bis 30-jährigen Frauen aus, bei denen zwischen 2006 und 2019 Gebärmutterhalskrebs oder die direkte Vorstufe (CIN3) diagnostiziert wurde. CIN3 steht für „zervikale intraepitheliale Neoplasie Grad 3“. Dies ist eine fortgeschrittene Krebsvorstufen, die fast immer entfernt werden muss.

Schätzungsweise über 450 Zervixkarzinome verhindert

Die Ergebnisse der HPV-Impfungen übertrafen die Erwartungen der Experten bei Weitem. Bei Frauen, die im Alter von 12 bis 13 geimpft wurden, fiel die Gebärmutterhalskrebs-Häufigkeit um 87 % – im Vergleich zu Ungeimpften. Die Häufigkeit der CIN3-Vorstufe sank entsprechend um 97 %.

Bei den erst mit 14–16 Jahren geimpften Frauen, war die Zervixkarzinom-Häufigkeit um 62 % und die CIN3-Vorstufe um 75 % reduziert. Eine Schutzwirkung zeigte sich auch noch bei den mit 16–18 Jahren geimpften Frauen: 34 % weniger Gebärmutterhalskrebs und 39 % weniger CIN3-Vorstufe.

Wie zu erwarten nahm die Wirksamkeit der HPV-Impfung ab, je älter die jungen Frauen bei der HPV-Impfung waren. Dies scheint daran zu liegen, dass sich in diesen Altersgruppen mehr sexuell aktive Frauen befinden.

Dr. Sasieni schätzt, dass die HPV-Impfung bis Ende Juni 2019 in England rund 450 Zervixkarzinome und rund 17.000 CIN3-Vorstufen verhindert hat.

Quelle: Milena Falcaro, Alejandra Castañon, Busani Ndlela, Marta Checchi, Kate Soldan, Jamie Lopez-Bernal et al. The effects of the national HPV vaccination programme in England, UK, on cervical cancer and grade 3 cervical intraepithelial neoplasia incidence: a register-based observational study. The Lancet 2021. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)02178-4

 

 

Autor/Autoren: äin-red

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