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Corona-Infektion im 3. Schwangerschaftsdrittel kann Frühgeburt auslösen

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18.09.2022

Eine israelische Studie mit über 43.000 Einlings-Schwangerschaften wirft Licht auf die Frage, wie eine Corona-Infektion das Frühgeburts- und Mangelgeburtsrisiko beeinflusst – und zu welchem Zeitpunkt eine Infektion die stärksten Auswirkungen hat.

Mutter mit Frühchen auf der Brust

Noga Fallach und sein Team vom Kahn-Sagol-Forschungszentrum der Maccabi Healthcare Services, der zweitgrößten Krankenversicherung Israels, analysierten für ihre Studie die Krankenakten von allen Versicherten, die zwischen dem 21.02.2020 und 02.07.2021 entbunden wurden. Mehrlings-und Eileiterschwangerschaften wurden nicht berücksichtigt.

Von insgesamt 43.061 Schwangeren, die im untersuchten Zeitraum ein Kind gebärten, infizierten sich 2.789 (6,48 %) mit SARS-CoV-2 – nachgewiesen mit PCR-Test. Den infizierten Schwangeren stellten die Forschenden als Kontrolle 2.789 nicht-infizierte Schwangere gegenüber. Hierbei achteten sie darauf, dass die Kontrollfrauen den Infizierten in einer Reihe von Eigenschaften glichen – unter anderem Alter, Bildung und Einkommen.

Anschließend verglich das Forscherteam die Frühgeburten- und Mangelgeburten-Raten der infizierten und nicht-infizierten Schwangeren für jedes Schwangerschaftsdrittel (Trimester).

Frühgeburtenrate steigt, je später sich eine werdende Mutter infiziert

Eine Corona-Infektion im 1. oder 2. Trimester wirkte sich nicht auf die Frühgeburtenrate aus. Eine Infektion im 3. Trimester erhöhte das Risiko einer Frühgeburt um den Faktor 2,76. Bei symptomatischen Infektionen stieg das Risiko um den Faktor 4,26.

Infizierten sich Schwangere nach der 34. Woche mit dem Coronavirus, so erreignete sich 7,19-mal häufiger eine Frühgeburt – verglichen mit nicht-infizierten Schwangeren.

Bei Mangelgeburten fand das Forscherteam der Krankenversicherung keine signifikanten Unterschiede zwischen infizierten und nicht-infizierten Schwangeren. Auch bei Schwangerschaftsverlusten kam es in Israel zu keinen auffälligen Häufungen.

Quelle: Fallach N, Segal Y, Agassy J, Perez G, Peretz A, Chodick G, et al. (2022) Pregnancy outcomes after SARS-CoV-2 infection by trimester: A large, population-based cohort study. PLoS ONE 17(7): e0270893. doi.org/10.1371/journal.pone.0270893

Autor/Autoren: äin-red

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