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Corona: Säuglinge geimpfter Mütter nehmen schützende Antikörper mit Milch auf

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04.02.2022

US-Studie bestätigt erstmals: Mit mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 geimpfte Mütter übertragen mit der Muttermilch schützende Antikörper auf ihre Säuglinge.

Baby saugt an der Brust seiner Mutter

Dr. Kathleen Arcaro und ihr Team von der University of Massachusetts untersuchten, ob mit mRNA-Vakzinen geimpfte Mütter schützende Antikörper auf ihre Säuglinge übertragen. Hierfür rekrutierten die Forscher 30 stillende Frauen, die sich zwischen Januar und April 2021 ihren Piecks mit Biontech- oder Moderna-Impfstoff abholten.

Milch- und Blutproben von den Müttern, Stuhlproben von den Babys

Für die Studie spendeten die Mütter Milchproben vor der Impfung, 2–3 Wochen nach der ersten Impfdosis und 3 Wochen nach der zweiten Impfdosis. Des Weiteren entnahmen die Forscher Blutproben etwa 3 Wochen nach jeder Impfdosis. Rund 3 Wochen nach der zweiten Impfdosis sammelten die Forscher Stuhlproben der Babys ein. Als Kontrollen dienten vor der Pandemie gewonnene Milch-, Blut- und Stuhlproben.

Corona-Antikörper und Botenstoffe der Immunabwehr in der Muttermilch

Die Forscher untersuchten alle gewonnen Proben auf Antikörper, die in der Lage sind das SARS-CoV-2-Virus und dessen damals bekannten Varianten Alpha, Beta und Gamma zu neutralisieren. Außerdem fahndete das Team in der Muttermilch nach 10 sogenannten Zytokinen. Dies sind Botenstoffe der Immunabwehr, welche die angeborene und erworbene Immunabwehr regulieren.

Die Milch von 26 der 30 geimpften Mütter enthielt nach der zweiten Impfdosis neutralisierende IgG-Antikörper gegen alle untersuchten Varianten. Bei 14 Frauen ließen sich auch neutralisierende IgA-Antikörper nachweisen, die überwiegend auf Schleimhäuten eine Schutzbarriere gegen Erreger bilden. Berichteten die Frauen über starke Impfreaktionen, so fanden sich auch in der Muttermilch höhere Mengen an schützenden Antikörpern. Die Blutproben bestätigten die Resultate.

Außerdem enthielt die Milch geimpfter Mütter deutlich erhöhte Mengen an Gamma-Interferon. Dieser Botenstoff stimuliert unter anderem die angeborene Immunabwehr gegen Viren. Zudem gilt Gamma-Interferon als wichtige Faktor bei der Bildung langlebiger Abwehrzellen, die einen bestimmten Krankheitserreger schnell und gezielt bekämpfen können.

SARS-CoV-2 neutralisierende Antikörper auch im Babykot nachweisbar

In jeder dritten Babystuhlprobe konnten die Forscher schützende IgG- und IgA-Antikörper nachweisen – wobei auch hier die Impfreaktion der Mutter mit der Menge der Antikörper korrelierte.

Passive Immunisierung gegen Corona mit der Muttermilch

Die Studie zeigt, dass mit mRNA-Vakzinen geimpfte Mütter mit ihrer Milch schützende Antikörper und Abwehrstoffe auf ihre Säuglinge übertragen. Eine heftige Impfreaktion „entschädigte“ die Mütter zudem mit einer höheren Menge an Antikörpern für ihr Baby. Die Kombination aus SARS-CoV-2 neutralisierenden Antikörpern und Gamma-Interferon sollte die Säuglinge wirksam gegen Corona schützen.

Quelle: Narayanaswamy V, Pentecost BT, Schoen CN, Alfandari D, Schneider SS, Baker R, Arcaro KF. Neutralizing Antibodies and Cytokines in Breast Milk After Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) mRNA Vaccination. Obstetrics & Gynecology, 2022. 139(2):181-191. doi: 10.1097/AOG.0000000000004661

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