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Corona in der Schwangerschaft – auch milde Erkrankung erhöht Risiko fürs Kind

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28.01.2022

Erkranken Schwangere an COVID-19, ist der Krankheitsverlauf häufig mild. Dennoch erhöht sich das Risiko, das das Kind zu klein, zu früh oder tot geboren wird – wie ein US-Forscherteam jetzt aufdeckte.

Mutter streichelt ihr Frühgeborenes im Inkubator

Dr. Samantha Piekos und ihr Team am Institut für Systembiologie in Seattle untersuchten, welche Folgen eine Corona-Infektion im ersten, zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel bei Schwangeren auf den Ausgang der Schwangerschaft hat. Das Hauptaugenmerk der retrospektiven Studie lag hierbei auf den Risiken für Frühgeburt, Mangelgeburt (SGA-Kind: zu klein, untergewichtig) und Totgeburt.

Corona-Studie mit über 20.000 ungeimpften Schwangeren

Insgesamt analysierten das Forscherteam die Gesundheitsdaten von rund 74.000 Frauen, die zwischen März 2020 und Juli 2021 in Providence-Kliniken entbanden. Darunter fanden sich 882 ungeimpfte Frauen, die sich während ihrer Schwangerschaft mit SARS-CoV-2 infiziert hatten und deren Infektion mit mindestens einem positiven PCR-Test bestätigt wurde. Als Kontrolle dienten 19.796 ungeimpfte Frauen, bei denen niemals eine SARS-CoV-2-Infektion nachgewiesen wurde und die mindestens einmal in der Schwangerschaft negativ getestet wurden. Unter diesen fanden die Forschenden passende Frauen, die in Alter, Körperfülle (BMI), Vorerkrankungen, Schwangerschaften, Raucher-Status und anderen Merkmalen übereinstimmten.

Risiko für Früh- und Totgeburt besonders bei Corona-Infektion im 1. und 2. Schwangerschaftsdrittel erhöht

Die 882 infizierten Schwangeren hatten milde bis moderate Krankheitsverläufe. Im Vergleich zu den nicht-infizierten Schwangeren traten häufiger Frühgeburten und Totgeburten auf – insbesondere wenn sich die Infektion bereits im 1. oder 2. Schwangerschaftsdrittel ereignete.

Je früher sich eine Schwangere mit Corona infiziert, umso vorzeitiger wird ihr Kind geboren

Des Weiteren fanden das Forscherteam einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Infektion und der Schwangerschaftsdauer (Gestationsalter): Je früher sich eine Schwangere mit SARS-CoV-2 infizierte, desto kürzer verlief die Schwangerschaft – unabhängig von der Schwere der Erkrankung. Eine SARS-CoV-2-Infektion im 3. Schwangerschaftsdrittel erhöhte vorwiegend das Risiko für ein sogenanntes SGA-Kind. Dies bedeutet, dass das Neugeborene leichter und teils auch kleiner ist als 9 von 10 bei gleicher Schwangerschaftsdauer geborene Kinder.

Studie unterstreicht den Nutzen der Corona-Impfung für Schwangere

Die Studienergebnisse belegen, dass eine SARS-CoV-2-Infektion in der Schwangerschaft immer ein erhöhtes Risiko für das Ungeborene darstellt. Selbst wenn die COVID-19-Erkrankung für die werdende Mutter mild verläuft. Dies unterstreicht den Nutzen der geltenden Impfempfehlungen für Schwangere und ihr Ungeborenes sowie für Frauen mit Kinderwunsch.

Quelle: Piekos SN, Roper RT, Hwang YM, Sorensen T, Price ND, Hood L, et al. The effect of maternal SARS-CoV-2 infection timing on birth outcomes: a retrospective multicentre cohort study. The Lancet Digital Health 2021. https://doi.org/10.1016/S2589-7500(21)00250

Autor/Autoren: äin-red

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