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Magersucht bei Schwangeren – stark erhöhte Risiken fürs Kind

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11.08.2022

Essstörung, Untergewicht und Schwangerschaft? Die Risiken für das Ungeborene können enorm sein, wie eine kanadische Studie belegt.

Untergewichtige Frau misst ihre Taille

Dr. Ido Federkorn von der McGill University, Montreal, präsentierte auf dem 38. Jahrestreffen der European Society of Human Reproduction and Embryology seine Ergebnisse zu den Folgen der Magersucht (Anoerxia nervosa) in der Schwangerschaft.

Frauen mit Anorexia nervosa werden sehr selten schwanger

Für seine Studie wertete das Team um Dr. Federkorn die US-Krankenhausdaten von über 9 Millionen Frauen aus, die zwischen 2004 und 2014 ein Kind austrugen. Darunter befanden sich 214 Schwangere mit diagnostizierter Anorexia nervosa. Hierbei handelt es sich um eine Essstörung, bei der die Betroffenen aus Angst vor Übergewicht ihre Kalorienzufuhr stark einschränken und teils übermäßig Sport treiben, um abzunehmen. Dies führt zu starkem Gewichtsverlust, Mangelernährung, Untergewicht (BMI < 17,5) und Unfruchtbarkeit.

Mangelernährung gefährdet das Ungeborene

Im Vergleich zu Schwangeren ohne Anorxia nervosa erhöhten sich die Risiken für das Ungeborene bei Magersüchtigen deutlich:

  • Frühgeburt-Risiko um 298 % erhöht
  • Risiko einer Plazentaablösung um 341 % erhöht
  • Risiko ein untergewichtiges Baby (Mangelgeburt, SGA) zu gebären um 500 % erhöht

Die Studienergebnisse belegen, wie riskant eine Schwangerschaft mit Magersucht ist. Zumal Frühchen und untergewichtige Babys auch ein erhöhte Risiko für Spätfolgen wie Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten tragen.

Zwei Einschränkungen hatte die Studie jedoch. Zum einen war die Schwere der Magersucht unbekannt. Zum anderen wurde nicht erfasst, ob und in welchem Maße die betroffenen Schwangeren bei der Behandlung ihrer Magersucht mitwirkten.

Quelle: www.eshre.eu/ESHRE2022

Autor/Autoren: äin-red

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